Am 7. Februar 2026 fand im Reschenhof, Mils, die 49. Vollversammlung des TJAV statt. Pünktlich um 11:30 Uhr wurde die Vollversammlung feierlich durch die Tiroler Jagdhornbläser eröffnet. Landesobmann BM Ing. Thomas Pedevilla begrüßte sodann die rund 150 erschienenen Mitglieder sowie die äußerst zahlreich vertretenen Ehrengäste, darunter LJM-Stv. Artur Birlmair, BJM Klaus Ruetz, BJM-Stv. Ewald Tschuggnall, BJM-Stv. Thomas Tiefenbrunner, Mag. Martin Schwärzler, Dr. Hannes Seiser, Mag. Jakob Wolf, Franz Hörl, Mag. Markus Abwerzger, RJ Ing. Thomas Dornauer MSc., Mag. Anita Hofer, Dr. Matthias Vill und DI Harald Oblasser auf‘s Herzlichste.

Die Vollversammlung war dieses Jahr mit rund 150 erschienenen Mitgliedern und zahlreichen Ehrengästen äußerst gut besucht.

Die Tiroler Jagdhornbläser unter der Leitung von Luis Feichtner verliehen der diesjährigen Vollversammlung wieder einen würdigen musikalischen Rahmen.
Im Anschluss gedachten die Teilnehmer im Rahmen des Totengedenkens der im letzten Jahr verstorbenen Mitglieder.
In Bezug auf den dritten Tagesordnungspunkt wurde der Antrag auf Verzicht der Verlesung der letzten Niederschrift der Vollversammlung, welche bereits in der letzten Ausgabe des Tiroler Jagdaufsehers abgedruckt ist, einstimmig angenommen.
Sodann präsentierte TJAV-Kassier Ing. Manfred Auer unter Tagesordnungspunkt 4 den Kassabericht. Er gewährte einen detaillierten Einblick in die finanzielle Gebarung des Verbandes, erläuterte die Vorgehensweise in der Kassenführung und ging insbesondere auf jene Positionen ein, bei denen im vergangenen Jahr höhere Ausgaben zu verzeichnen waren.
Im Anschluss ergriff Kassaprüfer Gottlieb Nigg das Wort, lobte die saubere und transparente Buchführung und stellte den Antrag auf Entlastung des Vorstandes. Die Vollversammlung folgte diesem Antrag einstimmig. Seitens des Landesobmannes wurde den beiden Kassaprüfern, Gottlieb Nigg und Reinhard Draxl, ausdrücklich für ihre langjährige Tätigkeit und ihre gewissenhafte Kontrolle gedankt.
Unter Tagesordnungspunkt 6 erläuterten Landesobmann Thomas Pedevilla und Kassier Manfred Auer die Gründe für die notwendige Erhöhung des Mitgliedsbeitrages. Landesobmann Pedevilla führte aus, dass der aktuelle Beitrag von 25 Euro seit 2015 unverändert geblieben sei. In diesen zehn Jahren hätten sich jedoch die Rahmenbedingungen deutlich verändert. Allgemeine Preissteigerungen, massiv erhöhte Portokosten sowie steigende Aufwendungen für Veranstaltungen und Organisation würden den Verband zunehmend belasten. In den vergangenen Jahren sei es gelungen, diese Mehrkosten durch sorgfältige Budgetführung, Rücklagen und viel ehrenamtliches Engagement auszugleichen. Die aktuelle Kalkulation zeige jedoch klar, dass mit dem bisherigen Beitrag auf Dauer weder Kostendeckung noch Weiterentwicklung möglich sei. Der Vorstand schlug daher eine maßvolle Erhöhung auf 30 Euro pro Jahr vor. Mit diesem Betrag könnten die laufenden Ausgaben gedeckt und gleichzeitig ein aktives Verbandsleben gesichert werden. Zugleich wurde betont, dass der Verband von der Beteiligung seiner Mitglieder lebe und man auch weiterhin Einladungen zu gemeinsamen Essen bei Bezirksversammlungen und Vollversammlungen als Zeichen der Wertschätzung aufrechterhalten wolle. Die Vollversammlung stimmte der Anpassung des Mitgliedsbeitrags einstimmig zu.
Im Anschluss gab Thomas Pedevilla in seinem Bericht des Landesobmannes einen Rückblick auf ein intensives und arbeitsreiches Jahr. Der Verband hat sich bei Gesetzes- und Verordnungsänderungen aktiv eingebracht und mehrere fundierte Stellungnahmen abgegeben, stets in enger Abstimmung mit dem Tiroler Jägerverband. Diese Zusammenarbeit sei wesentlich, um die Anliegen des Jagdschutzes klar zu vertreten. Ein weiterer wichtiger Schritt war der Aufbau eines eigenen Zählpersonal-Pools für das Gams- und Steinwildmonitoring. Wer Interesse hat, künftig bei größeren Zählungen mitzuwirken, könne sich beim jeweiligen Bezirksobmann oder direkt beim Schriftführer melden. Auch die Verbandszeitschrift erschien wieder in bewährter Qualität und erhielt viel positives Feedback. Im Verbands-Shop wurden neue Artikel entwickelt, insbesondere die TJAV-Jacke stieß mit rund 50 verkauften Stück auf großes Interesse. Der Dank galt hier ausdrücklich Christine Gleinser für ihren Einsatz. Der Verband war zudem beim Jagdaufseherlehrgang 2025 vertreten, um angehende Jagdaufseher frühzeitig anzusprechen und für eine Mitgliedschaft zu gewinnen. Parallel dazu wurde wieder bei der Vermittlung von Jagdaufsehern an suchende Reviere mitgewirkt. Für das kommende Jahr kündigte Pedevilla die Überarbeitung der Internetseite sowie die geplante Einführung eines Newsletters an, um die Mitglieder schneller und direkter informieren zu können. Abschließend betonte er die Bedeutung einer engen Zusammenarbeit mit dem Tiroler Jägerverband und der Tiroler Berufsjägervereinigung. Ziel sei es, den Jagdschutz in Tirol gemeinsam weiterzuentwickeln und als starke Stimme geschlossen aufzutreten. Eine statistische Übersicht zur aktuellen Situation des Jagdschutzes in Tirol rundete den Bericht des Landesobmannes ab.
Unter Tagesordnungspunkt 8 wurden erneut jene Mitglieder des TAJV geehrt, die vor 25, 40 bzw. 50 Jahren die Jagdaufseherprüfung abgelegt und über den überwiegenden Teil dieser Zeit aktiv Jagdschutz ausgeübt haben. Landesobmann Thomas Pedevilla betonte, dass diese jahrzehntelange Tätigkeit nicht selbstverständlich sei. Wer über so viele Jahre Verantwortung im Revier übernimmt, leistet einen wesentlichen Beitrag für Wild, Lebensraum und das Ansehen des Jagdschutzes. Die Geehrten wurden jahrgangsweise nach vorne gebeten. Nach jeder Ehrung verliehen die Jagdhornbläser dem Moment mit einem entsprechenden Signal einen würdigen Rahmen.

Mehrere Mitglieder wurden im Rahmen der Vollversammlung für 25, 40 bzw. 50 Jahre im Dienste der Jagd geehrt.
Es folgten die Grußworte der Ehrengäste.
Als erste Rednerin sprach Mag. Anita Hofer zur Vollversammlung. Sie zeigte sich beeindruckt von der hohen Teilnehmerzahl und dankte den Jagdaufsehern für ihren Einsatz. Mit Blick auf die Zukunft verwies sie auf die Herausforderungen durch den Klimawandel und das zunehmende Auftreten großer Beutegreifer. Ein funktionierendes Monitoring werde immer wichtiger. Sichtmeldungen seien eine wesentliche Grundlage für belastbare Daten, unabhängig von der jeweiligen Wildart.
DI Harald Oblasser, neuer Landesforstdirektor und zugleich Jagdaufseher und Mitglied des TJAV, betonte in seinen Ausführungen zwei zentrale forstliche Schwerpunkte. Zum einen werde der Umgang mit Schadholzflächen und die Frage geeigneter Baumarten in Zukunft eine große Herausforderung darstellen. Zum anderen sprach er die Bedeutung der Besucherlenkung im Spannungsfeld von Tourismus und Lebensraum an.

Der neue Landesforstdirektor sowie Jagdaufseher, DI Harald Oblasser, bei seiner Ansprache an die Vollversammlung.
Landesveterinärdirektor Dr. Matthias Vill hob die enge Zusammenarbeit zwischen Jagd und Veterinärmedizin hervor. Mit Blick auf die Maul- und Klauenseuche, die sich in Europa im letzten Jahr stark ausbreite, unterstrich er die Bedeutung der Kooperation zwischen Jagd und Veterinärbehörden. In Tirol bleibe zudem die Tuberkulose beim Rotwild ein bekanntes Problem. Das Monitoring werde wieder verstärkt in eine Bekämpfungsstrategie der Seuche übergehen. Er nannte aktuelle Zahlen zu positiven Fällen im Westen Tirols und wies darauf hin, dass auf Bundesebene mit einer Verschärfung der gesetzlichen Regelungen zu rechnen sei.

Landesveterinärdirektor Dr. Matthias Vill ging auch in diesem Jahr wieder auf die herausfordernden Aufgaben der Jägerschaft und der Veterinärbehörden ein.
Der Obmann der Tiroler Berufsjägervereinigung, RJ Ing. Thomas Dornauer MSc., berichtete über die derzeitigen Schwerpunkte seitens der Tiroler Berufsjäger. Ein zentrales Thema im letzten Jahr sei das neue Berufsausbildungsgesetz gewesen. Zudem hob er den positiven und gut funktionierenden Austausch zwischen TJAV und der Tiroler Berufsjägervereinigung hervor.
FPÖ-Klubobmann Mag. Markus Abwerzger würdigte die starke Präsenz der Jagdaufseher und deren Beitrag zum Naturschutz sowie zum Erhalt der Lebensräume. Er betonte die hohe gesellschaftliche Verantwortung, die mit dieser Aufgabe verbunden sei.

FPÖ-Klubobmann Mag. Markus Abwerzger lobte in seiner Ansprache den Beitrag der Jagdaufseher zum Naturschutz und zum Erhalt des Lebensraums Tirol.
Franz Hörl, seit 1992 selbst Jagdaufseher und auch Mitglied des TJAV, unterstrich ebenfalls die Bedeutung der Jagd für den Naturschutz in Tirol. Gleichzeitig äußerte er Kritik am neuen Ausbildungsgesetz der Berufsjäger und betonte die positive Zukunft der Jagdaufseher in Tirol.

Nationalratsabgeordneter Franz Hörl, selbst Jagdaufseher, bei seiner Ansprache an die Versammelten.
ÖVP-Klubobmann Mag. Jakob Wolf informierte über Inhalte der kürzlichen Jagdgesetznovelle und führte aus, dass unter anderem Graureiher und Rabenkrähe in das neue Gesetz aufgenommen wurden. Er dankte sodann den Jagdaufsehern für ihren unermüdlichen Einsatz in den Revieren.

ÖVP-Klubobmann Mag. Jakob Wolf bei seiner Ansprache an die Versammelten.
Unter Tagesordnungspunkt 10 sprach LJM-Stellvertreter Artur Birlmair zur Vollversammlung. Er lobte die Arbeit des Vorstandes und ging kurz auf die neue Jagdgesetznovelle ein. Zum Thema „Große Beutegreifer“ berichtete er von 27 Maßnahmenverordnungen im Jahr 2025, wovon sechs Wölfe erlegt werden konnten. Im vergangenen Jahr wurden in Tirol 31 verschiedene Wolfsindividuen nachgewiesen. Die Bedeutung eines funktionierenden Monitorings wurde dabei auch klar betont. Auch die TBC-Situation beim Rotwild blieb ein zentrales Thema. Die Jägerschaft arbeite weiterhin intensiv an Verbesserungen. Der Dachverband Jagd Österreich wurde sodann als wichtige Interessenvertretung auf Bundesebene hervorgehoben. Weiters sprach LJM-Stv. Artur Birlmair die Jagdstrategie 2030 des Tiroler Jägerverbandes, die beschlossenen Schalenwildrichtlinien sowie das wildökologische Gesamtkonzept an. Themen wie Überwinterungsstrategie, Wildruhezonen und Abschussplanung bleiben dabei zentrale Bausteine der möglichen zukünftigen Ausrichtung.

LJM-Stv. Artur Birlmair bei seiner Ansprache an die Versammelten.
Nach dem Punkt Allfälliges, in dem keine weiteren Wortmeldungen erfolgten, schloss Landesobmann Thomas Pedevilla die 49. Vollversammlung um 13:15 Uhr und bedankte sich zum Abschluss bei allen Anwesenden für ihre zahlreiche Teilnahme. Die Versammlung wurde durch die Klänge der Jagdhornbläser sodann feierlich beendet.

Der Landesvorstand des TJAV samt Bezirksobmännern nach der gelungenen Veranstaltung.
Gregor Schartner,
Schriftführer des TJAV